· Pressemitteilung

Unser Herzenswunsch-Mobil hatte seinen ersten großen Auftritt

Fahrzeug, Personen, RettungswacheSabine Braun/DRK-Kreisverband Mosbach

Mit dem Fahrzeug wird der DRK-Kreisverband Mosbach zusammen mit Ehrenamtlichen sterbenskranken Menschen letzte Wünsche erfüllen

Gemeinsam mit den Partnern, den Förderern von Lions Mosbach und auch bereits mit den ersten ehrenamtlichen Helfern feierten wir die Übergabe des Fahrzeugs. Herzlichen Dank an den Schirmherren des Projektes, Landrat Dr. Achim Brötel, an Mosbachs OB Julian Stipp und an Koordinatorin Olga Schmelcher-Kölbel vom Erwachsenen-Hospizdienst  für die warmherzigen Grußworte, danke an Pfarrerin Bianca Meinzer und Diakon Markus Vogl für die geistliche Begleitung, danke an alle Gäste! Ein besonderes Dankeschön geht an alle Ehrenamtlichen, die jetzt schon ihr Interesse signalisiert haben, das Projekt als Helfer zu unterstützen. Eine gelungene Überraschung und eine große Freude war es, dass Diakon Markus Vogl eine Spende von 300 Euro für das Projekt überreichte! Wir freuen uns, dass unser Projekt so gut startet!

Hier der Bericht zur Übergabefeier:

„Sternschnuppe auf Rädern“ wird letzte Wünsche erfüllen

„Herzenswunsch-Mobil“ des DRK wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben

Mosbach. Gemeinsam mit seinen Partnern, Gönnern und vielen Gästen feierte der DRK-Kreisverband Mosbach am Samstag, 19. September, die offizielle Übergabe seines neuen „Herzenswunsch-Mobils“. Mit diesem Fahrzeug wollen die Rotkreuzler sterbenskranken Menschen ehrenamtlich und kostenlos letzte Ausflugswünsche erfüllen. Das können Stadionbesuche, ein Tag im Wildpark oder auch eine Fahrt zum Elternhaus oder an den früheren Arbeitsplatz sein. 
Zur Feier an der Rettungswache in Mosbach begrüßte DRK-Präsident Gerhard Lauth den Schirmherren des Projektes, Landrat Dr. Achim Brötel, Olga Schmelcher-Kölbel und Tanja Synnatschke vom Erwachsenen-Hospizdienst Mosbach, Dr. Valentin Hoß und Gerhard Weidner vom Arbeitskreis Gerontopsychiatrie& SAPV NOK sowie Fleur Becker von Palldomo. 
Hochwillkommene Gäste waren zudem 15 Vertreter der Mosbacher Lions. Der Club stellt einen hohen Betrag aus dem Erlös seiner Adventskalender-Aktion für die Inbetriebnahme des Fahrzeugs und die ersten beiden Betriebsjahre zur Verfügung. Daneben galt der Gruß des Präsidenten zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens, darunter Oberbürgermeister Julian Stipp, die Bürgermeister Thorsten Sienholz (Obrigheim) und Christian Stuber (Neckarzimmern), Dr. Gunther Leibfried von der Kreisärzteschaft sowie zahlreiche Mitglieder des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Mosbach und künftige ehrenamtliche Helfer des „Herzenswunsch-Mobils“.
Die Idee zum Fahrzeug sei noch nicht sehr alt, berichtete Lauth und stellte den Werdegang des Projekts vor. Ziel sei es, Sterbenden Zeit, Begegnungen oder vielleicht ein letztes wichtiges Erlebnis zu schenken. Auf den ersten Blick seien es oft kleine Wünsche, die am Lebensende aufkämen, aber wenn die Zeit knapp werde, könnten sie eine besondere Bedeutung gewinnen. Lauth freute sich, dass sich bereits jetzt viele Freiwillige gemeldet haben, die die Fahrten übernehmen und den Menschen damit etwas ihrer eigenen Zeit schenken wollen. 
Ob sich das Fahrzeug viel gebucht werde, könne man nicht vorhersagen, so Lauth. „Das ist für uns auch gar keine Frage. Denn es hat sich schon gelohnt, wenn auch nur eine Fahrt stattfindet und ein Mensch glücklich ist.“ Wichtig war es dem DRK-Präsidenten auch, dass man sich mit dem Thema Sterben und Tod auseinandersetze. Das Mobil sei ein Zeichen dafür, dass die Würde des Menschen bis zuletzt wertgeschätzt werde. Es sei das schönste Geschenk, wenn das Fahrzeug der verbleibenden Zeit des Patienten mehr Leben geben könne und allen Beteiligten, auch den Begleitern und den Angehörigen, schöne Momente schenke. Aufgabe des „Herzenswunsch-Mobils“ sei es, den Menschen nochmals „dorthin zu bringen, wo das Herz zuhause ist“ – so auch das Motto des ehrenamtlichen Dienstes.
„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, heute dabei zu sein und die Schirmherrschaft für dieses schöne Projekt zu übernehmen“, so Landrat Dr. Brötel in seinem Grußwort. Er freue sich über das neue Angebot, das neues Licht dorthin bringen werde, wo es schon dunkel werde. Man wisse aus der Palliativforschung, dass viele Menschen am Lebensende noch einen letzten Wunsch im Herzen tragen. Dieser habe selten mit Konsum zu tun, eher gehe es um einen Sehnsuchtsort, eine Begegnung oder eine Versöhnung. Ein solcher Meilenstein könne dem Sterbenden auch die Kraft geben, seinen letzten Weg zu gehen. Jeder könne von heute auf morgen in eine Situation kommen, in der man sich fremdbestimmt und machtlos fühle. Das „Herzenswunsch-Mobil“ könne in diesem Moment Selbstbestimmung und Würde zurückgeben und es könne auch für Angehörige eine Hilfe sein - ein freudiger Moment, bevor die Zeit der Trauer beginne. Für dieses wertvolle Angebot dankte er dem DRK-Kreisverband Mosbach, seinen Partnern von den Hospiz- und Palliativdiensten, den Sponsoren und allen Ehrenamtlichen, welche die Fahrten begleiten werden. Er wisse, dass das DRK verantwortungsvoll mit der neuen Aufgabe umgehen werde. „Ich hoffe und wünsche, dass das Herzenswunsch-Mobil aus Liebe zum Menschen als Sternschnuppe auf Rädern unterwegs sein wird.“ 
Auch Mosbachs Oberbürgermeister Julian Stipp dankte dem DRK-Kreisverband dafür, dass er sich zusätzlich zu seinen vielen Aufgaben noch dieses neue Betätigungsfeld vornehme, zumal das Rote Kreuz wie alle Sozialunternehmen vor großen Herausforderungen stehe. Das sei ein mutiger und wichtiger Schritt, der aber gerade durch das Zusammenwirken von haupt- und ehrenamtlichem Engagement funktionieren könne. Das „Herzenswunsch-Mobil“ gebe genau die richtige Antwort auf Fragen, die sich stellen. 
Olga Schmelcher-Kölbel stellte in ihrem Grußwort den Menschen am Lebensende in den Vordergrund. Ihm sage man mit diesem Angebot „Du bist wichtig, wir begleiten dich, weil du uns wichtig bist“, betonte sie mit Worten von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospizbewegung. Sie sei jetzt schon sicher, dass die Menschen für dieses Angebot sehr dankbar sein werden. „Ich bin froh, dass wir dieses Projekt mit euch allen gemeinsam voranbringen können“, sagte sie abschließend in Richtung der Seelsorger und des Roten Kreuzes.
DRK-Kreisgeschäftsführer Guido Wenzel erinnerte daran, dass es bereits Henry Dunant, dem Begründer der Rotkreuzidee, ein Herzensanliegen war, Sterbenden der Schlacht von Solferino letzte Wünsche zu erfüllen. Insofern stehe man in einer langen und guten Tradition. Wenzel griff eine Formulierung von Dr. Brötel auf und erklärte, man werde mit den Wünschen höchst verantwortlich umgehen. Manche werde man aus medizinischen oder technischen Gründen vielleicht ablehnen müssen oder dem Wünschenden Alternativen anbieten. Kurz stellte er das Prozedere der Wunscherfüllung vor. Wenn beim Kreisverband per Mail oder Telefon ein Wunsch eingehe, werde der Teamarzt im Projekt, Dr. Valentin Hoß, in Absprache mit dem Hausarzt des Patienten den Wunsch medizinisch prüfen. Ist er erfüllbar, suche der Kreisverband Ehrenamtliche, die zum gewünschten Termin begleiten können und je nach Bedarf eventuell Eintrittskarten vorab erworben – dann könne es bereits losgehen.
Die evangelische Pfarrerin Bianca Meinzer und der katholische Diakon Markus Vogl gaben dem Fahrzeug, den ehrenamtlichen Helfern und den Fahrgästen ihren Segen mit auf den Weg. Eine ebenso gelungene wie freudige Überraschung war, dass Diakon Markus Vogl eine Spende in Höhe von 300 Euro mitgebracht hatte – den Erlös der Kollekte des Ökumenischen Gottesdienstes anlässlich des Obrigheimer Kilianimarktes 2026 - und an Gerhard Lauth überreichte. Abschließend wies der DRK-Präsident noch darauf hin, dass weitere Spenden für das Herzenswunsch-Mobil jederzeit willkommen seien. Nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto lud er die rund 60 Gäste der Feier zum gemütlichen Beisammensein ein.
Im Hintergrund werden nun ehrenamtliche Helfer gesucht und geschult. Parallel erhält das Fahrzeug einen letzten Ausbau. Eine Anlage soll installiert werden, um auf Wunsch die Fahrt auch musikalisch begleiten zu können. Mit Spannung sehen alle Beteiligten den ersten Wünschen und ihrer Erfüllung entgegen. Ab Mitte Oktober können Wünsche beim DRK-Kreisverband angemeldet werden (herzenswunsch@drk-mosbach.de).
 

Nähere Infos dazu gibt es auch hier: Herzenswunsch-Mobil - Kreisverband Mosbach e.V.