· Pressemitteilung

Das „Herzenswunsch-Mobil“ kommt!

Rettungsfahrzeuge, GarageDRK-Kreisverband Mosbach
Das Bild zeigt den Krankentransportwagen, einen VW Transporter T 6, der als Herzenswunsch-Mobil umgebaut und entsprechend beklebt werden soll. (Bild: S. Braun/DRK )

DRK und Partner erfüllen Sterbenskranken letzte Wünsche

Mosbach. Ab Herbst soll im Raum Mosbach ein „Herzenswunsch-Mobil“ unterwegs sein. Mit ihm wollen Ehrenamtliche sterbenskranken Menschen einen letzten Wunsch erfüllen. Das kann ein Besuch am Elternhaus, ein Stadionbesuch oder einfach nur eine Fahrt an einen See sein. „Als ich zum ersten Mal vom Thema ,Wünschewagen‘ gehört habe, war ich tief berührt von dieser Idee. Ich fragte mich, ob wir so etwas nicht im Neckar-Odenwald-Kreis auch hinbringen könnten“, so Mosbachs DRK-Präsident Gerhard Lauth rückblickend. Um das Projekt auf eine breite Basis zu stellen, machte er sich auf die Suche nach Partnern. 

Olga Schmelcher-Kölbel war schnell begeistert von dem Gedanken. Die Koordinatorin beim Erwachsenen-Hospizdienst berichtet, dass ihre Mitarbeitenden immer wieder auf Menschen treffen, die einsam oder alleine sind. Oft äußerten sie Wünsche, die sich sehr einfach anhören: „Wir begleiten zum Beispiel zurzeit eine schwer kranke Frau im Pflegeheim, geboren in den 1970-er Jahren, die so gerne noch einmal auf einer Bank sitzend das bunte Treiben des Mosbacher Frühlingfestes, das Lachen der Leute und das Leben beobachten möchte. Mit den Möglichkeiten des ‚Herzenswunsch-Mobils‘ und unserer ehrenamtlichen Unterstützung könnte der Wunsch dieser Frau am Lebensende wahr werden.“ 

Auch der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie & SAPV e.V. begleitet als Gesellschafter des ambulanten spezialisierten Palliativdienstes „Palldomo gGmbH“ schwer kranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase. „Dabei erleben wir täglich, wie wichtig es ist, nicht nur Schmerzen und Symptome zu lindern, sondern auch persönliche Wünsche und Herzensanliegen ernst zu nehmen. Das ‚Herzenswunsch-Mobil‘ kann Betroffenen und ihren Angehörigen wertvolle Momente schenken, die Trost, Freude und bleibende Erinnerungen schaffen“, betonen Fleur Becker von Palldomo, Gerhard Weidner und Dr. Valentin Hoß vom Arbeitskreis.

Das Projekt, das vom DRK-Kreisverband Mosbach getragen werden wird, braucht aber nicht nur Befürworter, sondern auch finanzielle Unterstützer. Und hier kam der Lions-Club Mosbach ins Spiel. Der sozial engagierte Service-Club erklärte sich bereit, aus dem Erlös seiner Adventskalender-Aktion den Ausbau eines solchen Fahrzeugs und die Betriebskosten für die ersten beiden Betriebsjahre zu übernehmen. Für Claus Kapferer, Hans-Joachim Kruse und Bernd Mackmull vom Lions Clubs Mosbach steht fest: „Für Menschen, die schwer erkrankt sind, haben solche letzten Wünsche oft eine ganz besondere Bedeutung – und manchmal bleibt nur wenig Zeit, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Genau hier setzt unser ‚Herzenswunsch-Mobil‘ an: Es schafft Mobilität, wenn sie am wichtigsten ist.“ So sieht es auch Gerhard Lauth: „Wenn für einen Sterbenskranken ein letzter großer Wunsch in Erfüllung geht, kann das etwas Großes bedeuten, auch wenn der Wunsch eigentlich klein ist.“ Auch Landrat Dr. Achim Brötel ist von der Aktion beeindruckt und hat sich zur Freude der Akteure bereit erklärt, die Schirmherrschaft zu übernehmen. 

Als Gemeinschaftsprojekt kann die Idee nun Realität werden. Das „Herzenswunsch-Mobil“ für den Neckar-Odenwald-Kreis – der Begriff „Wünschewagen“ ist geschützt und kann deshalb nicht verwendet werden – soll möglichst bald starten. Betrieben wird es von Ehrenamtlichen unter anderem aus dem Roten Kreuz, welche die Fahrten auch begleiten werden. Der DRK-Kreisverband Mosbach stellt ein Fahrzeug zur Verfügung, das gut für den neuen Zweck geeignet ist, aber aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Fahrzeugtechnik im Rettungsdienst nicht mehr eingesetzt werden kann. Den Ausbau übernimmt die Firma Strobel aus Aalen. 

Spenden für das Projekt sind sehr willkommen und gehen unter dem Stichwort „Herzenswunsch-Mobil“ an den DRK-Kreisverband Mosbach. Sobald das Fahrzeug ausgebaut ist - wahrscheinlich im Spätherbst, können Wünsche durchgegeben werden. Vorschläge gehen an den DRK-Kreisverband Mosbach (Sabine Braun, Telefon 06261/9208-304, oder per mail an sabine.braun(at)drk-mosbach(dot)de).