· Pressemitteilung

Im Jahr 2025 wurden die Notärzte 3.379-mal alarmiert

Dr. Harald Genzwürker
Tag und Nacht im Einsatz: Der Rettungsdienst im Neckar-Odenwald-Kreis.

Umfangreichere Qualifikation der Notfallsanitäter führt zu einem deutlichen Einsatz-Rückgang

Neckar-Odenwald-Kreis. Ein Notfall zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr – gut, wenn kompetente Hilfe rasch verfügbar ist. Im Jahr 2025 wurden die Notärztinnen und Notärzte der Standorte Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken insgesamt 3.379-mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert, die Notrufe über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 entgegennimmt. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem deutlichen Rückgang um 1.250 Einsätze oder 28,1 Prozent – nachdem in den Jahren 2022 und 2023 die Einsatzzahlen noch angestiegen waren und jeweils über 5.000 lagen. 

Bei durchschnittlich 8,7 Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet (2024: 12,2) entfielen die meisten Einsätze auf den Standort Mosbach, dessen Notärztinnen und Notärzte 838-mal alarmiert wurden (2,3 Einsätze pro Tag, 2024: 1.176 Einsätze). Am Notarztstandort Buchen wurden insgesamt 728 Einsätze absolviert (2,0 pro Tag, 2024: 982) und am Standort Asbach 621 (1,7 pro Tag, 2024: 928). Die Notärzte am Standort Osterburken wurden 534-mal alarmiert (1,5 pro Tag, 2024: 679), am Standort Hardheim gab es 471 Alarmierungen (1,3 pro Tag, 2024: 677).

Die Notfallmediziner der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Krankenhauses Hardheim stellen damit gemeinsam mit den Einsatzkräften des Rettungsdienstes die Notfallversorgung an den insgesamt fünf Standorten im Kreisgebiet rund um die Uhr sicher. Sie werden dabei unterstützt von Notärztinnen und Notärzten der Genossenschaft HonMed, die an verschiedenen Standorten tätig werden. Der Hauptgrund für Notarzteinsätze sind unverändert Erkrankungen des Herzens wie Infarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen. Auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle. Bei etwa jedem 40. Einsatz werden Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen.

„Für die Versorgung an der Einsatzstelle ist eine gute Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzte mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen, unabdingbar“, so Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, Sprecher der Leitenden Notärzte im Neckar-Odenwald-Kreis und selbst aktiver Notarzt an verschiedenen Standorten. Die deutliche Abnahme der Notarztalarmierungen sei durch die umfangreichere Qualifikation der Notfallsanitäter, deren erweiterte Kompetenzen und die damit einhergehende Anpassung der Alarmierungskriterien erklärbar. Der DRK-Kreisverband Mosbach stellt die permanente Einsatzbereitschaft der Notarzteinsatzfahrzeuge und die personelle Besetzung in Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken sicher, der Malteser Hilfsdienst ist für das Fahrzeug in Asbach verantwortlich. Zwei Rettungswagen des DRK sind zudem rund um die Uhr in Mosbach einsatzbereit sowie je ein Fahrzeug in Asbach, Buchen, Hardheim, Osterburken und Schefflenz. Dazu kommen noch ein Fahrzeug des DRK täglich von 7 bis 19 Uhr in Robern und eines tagsüber in Walldürn, wo die Johanniter Unfallhilfe seit Oktober 2025 einen Rettungswagen stellt. Im Rahmen der Umsetzung des neuen Rettungsdienstgesetzes sind Vorhalteerweiterungen in Planung, um die Vorgaben zur 12-minütigen Hilfsfrist erfüllen zu können. Die Rettungswagen wurden 2025 insgesamt 16.772-mal alarmiert (2024: 15.068), was nach einem erheblichen Anstieg um 1.316 Einsätze oder 9,6 Prozent im vorangegangenen Jahr einer weiteren Zunahme um 1.704 Einsätze bzw. 11,3 Prozent entspricht. Dabei werden auch Fahrzeuge in die Nachbarlandkreise entsandt, und umgekehrt wird von dort bei Engpässen im Neckar-Odenwald-Kreis ausgeholfen.

Landrat Dr. Achim Brötel weiß, dass die Notfallversorgung gerade im ländlichen Raum auch über Landesgrenzen hinweg alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen stellt. Sein Dank gilt deshalb allen, die sich für die notfallmedizinische Versorgung einsetzen, sei es im Rettungsdienst oder in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Mit Blick auf die Neckar-Odenwald-Kliniken betont Brötel, dass völlig unabhängig von den strukturellen Überlegungen, die momentan diskutiert werden, die fünf Notarztstandorte auf jeden Fall zur Sicherstellung der Hilfsfrist erhalten bleiben müssen. 

Das jüngst beschlossene neue Rettungsdienstgesetz werde die Helfer künftig vor noch größere Herausforderungen stellen, so auch der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Mosbach, Guido Wenzel. Gerade in einem Flächenlandkreis sei diese Frist mit den bestehenden Mitteln kaum einzuhalten. „Weitere Vorhalteerweiterungen, also zusätzliche Rettungswachen, könnten nötig werden.“ Das mache zusätzliche Fahrzeuge und vor allem zusätzliches Personal erforderlich. „Das ist neben der Kostenfrage auch ein Thema des Fachkräftemangels.“

Landrat Brötel unterstreicht zudem, dass es neben der professionell organisierten Hilfe ein weiteres wichtiges Element gibt, auf das die Bürger im Kreis bei medizinischen Notfällen zählen dürfen: „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“ Die sogenannten HvO-Gruppen (Helfer vor Ort) der DRK-Ortsvereine werden ebenfalls von der Integrierten Leitstelle in Mosbach alarmiert, wenn in ihrer Gemeinde ein Notfall gemeldet wird, und können so binnen weniger Minuten mit der Erstversorgung beginnen. Auch hier ist wieder ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, denn die Ehrenamtlichen wurden 3.171-mal zum Einsatz gerufen (2024: 2.743, plus 15,6%). Zusätzliche Hilfe bei Patienten mit Kreislaufstillstand bringt seit Oktober 2018 die Smartphone-basierte Alarmierung von mittlerweile über 460 qualifizierten Helfern mit der App „Mobile Retter“.

Wichtigstes Glied der Rettungskette bleiben aber die Ersthelfer, die als zufällige Zeugen eines Notfalls durch den Notruf über die 112 die Aktivierung des Rettungsdienstes sicherstellen. Darüber hinaus können durch einfache, leicht zu erlernende Maßnahmen der Ersten Hilfe die Überlebenschancen von Notfallpatienten gesteigert werden. Dazu gehört auch die Anwendung von Laien-Defibrillatoren, sogenannten AEDs, welche im Rahmen eines Projektes der Kommunalen Gesundheitskonferenz mittlerweile an 320 Standorten im Landkreis verfügbar gemacht wurden, um die Versorgung bei Patienten mit Herzkreislauf-Stillstand zu verbessern. Kurse für Jedermann werden beispielsweise durch die DRK-Kreisverbände Buchen und Mosbach regelmäßig angeboten, können bei Interesse aber auch für Gruppen und Vereine vor Ort organisiert werden.

Wichtig:

Notarzt und Rettungsdienst sind für akute Notfälle und Verletzungen zuständig und werden über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 verständigt. Der Kassenärztliche Notfalldienst stellt die Vertretung der Hausärzte außerhalb der Sprechstunden sicher und ist über die bundeseinheitliche Rufnummer 116117 erreichbar.