Der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie + SAPV NOK e. V. (spezielle ambulante palliative Versorgung ) und seine Schwestergesellschaft Palldomo gGmbH schenken dem DRK-Kreisverband Mosbach ein besonderes Fahrzeug: Es soll die Arbeit des Kreisverbands für Menschen mit Demenz unterstützen. Zum Beispiel kann es eingesetzt werden, um Personen zu speziellen Gruppenstunden zu bringen und wieder nach Hause zu fahren. Der knapp 40.000 Euro teure Ford Tourneo Connect, der Platz für vier Fahrgäste und einen Rollstuhl bietet, wurde jetzt offiziell übergeben.
Gerhard Weidner, früher Leiter der sozialen Dienste beim DRK-Kreisverband Mosbach und heute Vorsitzender des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie freute sich, dass man den Kreisverband mit der Fahrzeugspende „beglücken und stärken“ könne. Man habe gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Palldomo gGmbH Rücklagen gebildet, so dass man nun diese Groß-Spende verteilen und das Geld sinnvoll einsetzen könne.
„Danke, dass es euch gibt“, würdigte DRK-Präsident Gerhard Lauth die Spende und auch das Engagement des Arbeitskreises für Demenz- und Schwerstkranke. Das Fahrzeug, eine „enorme Spende“, werde man im Bereich der sozialen Dienste einsetzen. Gerade dort sei man immer wieder auf Unterstützung angewiesen. „Das Fahrzeug nutzt uns und der Allgemeinheit.“ Mit dem Angebot einer Betreuungsgruppe leiste man eine wichtige, entlastende Arbeit auch für Angehörige, die dadurch einige Stunden für sich haben können.
Gerhard Weidner hofft, dass die Betreuung von Menschen mit Demenz durch das Fahrzeug neuen Auftrieb erhalten werde. In der Corona-Zeit habe man Strukturen verloren, die einmal vorbildlich gewesen seien. Das DRK Mosbach habe eine Alzheimer-Beratungsstelle gehabt und fünf Demenzgruppen betreut. „Aber die Pandemie hat uns da einen saftigen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Weidner. Viele Ehrenamtliche hätten sich aus Angst vor Ansteckung verabschiedet, Gruppenstunden durften nicht mehr stattfinden.
Auch Mosbachs DRK-Kreisgeschäftsführer Guido Wenzel freute sich über die Fahrzeugspende. Meist werde das Rote Kreuz vorrangig als Träger des Rettungsdienstes wahrgenommen. Man habe aber viele weitere Aufgabengebiete, und dazu gehöre der Transport von Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Die Kostenträger finanzierten dies jedoch nur zum Teil, die Fahrzeuge müsse das DRK selbst stellen. Hier sei man auf Unterstützung angewiesen, um attraktive Angebote zu gestalten.
Weiter stellten Weidner und AK-Mitglied Dr. Valentin Hoß den Arbeitskreis Gerontopsychiatrie vor, ergänzend erläuterten Geschäftsführerin Fleur Becker und Koordinatorin Denise Bartwicki die Arbeit von Palldomo. Der ambulante Palliativ-Versorgungsdienst wurde 2010 als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft in Trägerschaft des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie gegründet. Das Team aus zehn Schwestern und sieben Ärzten bietet Schwerstkranken verschiedene spezialisierte Leistungen an, darunter die Symptomerfassung und Durchführung von lindernden Therapien oder die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans bis hin zur Organisation von Maßnahmen zur Stabilisierung des häuslichen Umfeldes. Auch eine 24-Stunden-Rufbereitschaft zur Krisenintervention gehört zum Angebot.
Abschließend wies Gerhard Weidner darauf hin, dass es beim Arbeitskreis Gerontopsychiatrie noch ein Budget gebe, auf das sich interessierte Vereine und Verbände bewerben können. Sein Ziel sei es grundsätzlich, dezentrale Strukturen zur Betreuung von Menschen mit Demenz aufzubauen und damit zur Entlastung der Angehörigen und zur Erhöhung der Lebensqualität aller Beteiligten beizutragen.
Hintergrund:
Der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie NOK e. V. wurde im Jahr 2006 unter der Federführung von Dr. Valentin Hoß gegründet, wird seit 2008 als eingetragener Verein geführt und startete mit einer Alzheimer Beratungsstelle in Buchen. Ein Jahr später wurde die Satzung um das Vereinsziel „SAPV- spezielle ambulante palliative Versorgung“ erweitert. 2011 wurde der ambulante Palliativ-Versorgungsdienst „Palldomo Buchen“ als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft in Trägerschaft des Arbeitskreises gegründet. Seit 2015 gibt es auch ein Alzheimer- Beratungsangebot in Mosbach, 2022 wurde der Vereinssitz in die Kreisstadt verlegt, die Geschäfts- und Beratungsstelle befindet sich in der Mosbacher Hauptstr. 63, Vorsitzender ist Gerhard Weidner, Dr. Valentin Hoß ist Beisitzer im Verein. Ziel des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie ist die umfassende Unterstützung für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Zu den Dienstleistungen gehören Beratungen, Hilfsangebote und Informationen über die Alzheimer-Krankheit sowie deren Symptome und Verlauf. Die Organisation engagiert sich ehrenamtlich und stellt ihre Angebote kostenfrei zur Verfügung.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.demenz-nok.de, persönliche Informationen gibt der Arbeitskreis-Vorsitzende Gerhard Weidner unter Telefon 0176 97709523.
