Gold und Silber gab es bei der DRK-Kreisversammlung im Audimax der DHBW in Mosbach! Diana Nerpel von der Bereitschaft Trienz, Margit Walter und Stefan Merkert vom Ortsverein Billigheim und Alexander Roos von der Rettungshundestaffel wurden mit der Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet. Die Medaille in Gold gab es für Bettina Hamberger aus Neudenau und Urban Fuchs vom Ortsverein Billigheim sowie für Hermann Schulz vom Ortsverein Limbach, den früheren Geschäftsführer Linus Vetter und für Präsident Gerhard Lauth. Neben den Ehrungen hörten die Delegierten aus den Gruppierungen Tätigkeitsberichte der Verbandsspitze, hatten einige Beschlüsse zu fassen, wurden über die DHBW informiert und nutzten den Abend im schönen Audimax vor allem für gute Gespräche. Dankeschön an die Duale Hochschule, an alle Beteiligten, Delegierten und an unsere Gäste.
Ausführlicher Bericht zur Veranstaltung:
Bevölkerungsschutz rückt in den Vordergrund: Kreisversammlung mit Ehrungen verdienter Rotkreuzler
Das Thema Bevölkerungs- und Katastrophenschutz ist in den vergangenen Monaten immer mehr ins Bewusstsein gerückt – in der „großen“ Politik ebenso wie auf der lokalen Ebene. Das wurde bei der Kreisversammlung des DRK-Kreisverbandes Mosbach deutlich.
DRK-Präsident Gerhard Lauth eröffnete die Versammlung im Auditorium maximum (Audimax) der Dualen Hochschule in Mosbach (DHBW) mit Grüßen an die rund 70 Delegierten aus den Ortsvereinen, das Präsidium und die Ehrengäste.
Nach dem Totengedenken begrüßte auch die Hausherrin, DHBW- Rektorin Prof. Dr. Elke Heizmann die Gäste, verbunden mit großem Respekt und einem persönlichen Dankeschön an alle engagierten Helfer im Roten Kreuz, sei es in der Rettung oder auch in der Ambulanten Pflege.
Einen Einblick in die Struktur der Dualen Hochschule mit ihren aktuell rund 3100 Studierenden, über 1000 dualen Partnern, fast 900 Dozenten und rund 260 Mitarbeitenden an beiden Standorten gab Christine Zimmer. Die DHBW-Verwaltungsdirektorin betonte dabei, dass ihr Herz auch für das Rote Kreuz schlage – sie ist seit einigen Jahren Mitglied des Präsidiums im Kreisverband Mosbach.
Nina Warken, deren Grußwort per Videobotschaft eingespielt wurde, würdigte die beeindruckend lange Tradition des Helfens im Roten Kreuz in Mosbach und den unschätzbaren Beitrag, den das DRK für die Gesellschaft leiste. „Wenn ich an das DRK denke, denke ich an Verlässlichkeit und Kompetenz, aber vor allem an Mitgefühl.“
Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr überbrachte die Grüße des Landkreises, von Landrat Dr. Achim Brötel, des Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih sowie des erkrankten Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Michael Genzwürker. Er dankte dem DRK-Kreisverband für die geleistete Arbeit und allen, die Menschen retten, nicht nur in medizinischen Notfällen, sondern auch vor Vereinsamung und Armut, durch Betreuung, Hilfe und Gesprächsangebote. Zudem stelle das Rote Kreuz leistungsfähige Einheiten des Bevölkerungsschutzes. Nicht nur bei der Großübung „Magnitude“ habe man offen und kollegial zusammengearbeitet. Der Landkreis sei froh, mit dem DRK einen starken und verlässlichen Partner im Hilfeleistungssystem zu haben.
Für die Blaulichtfamilie brachte der Leiter des Polizeireviers Mosbach, Polizeirat Andreas Hammer, herzliche Grüße der Polizei und dankte für unzählige Einsatzstunden der Abertausend Helfer in allen DRK-Bereichen im Laufe von 150 Jahren, im Hauptamt wie im Ehrenamt. „Macht noch ein paar Hundert Jahre weiter so“, schloss Hammer sein Grußwort.
Mehr Alarmierungen, mehr Einsätze
Danach stand der Tätigkeitsbericht des Präsidenten auf der Tagesordnung. Gerhard Lauth blickte zunächst auf den Rettungsdienst, indem über 250 Sanitäter im Jahr 2024 rund 16.000 Einsätze im Rettungswagen und 22.299 Krankentransporte absolvierten. 4626-mal rückten die Notärzte aus – seltener als im Vorjahr, weil die Notfallsanitäter mehr Kompetenzen haben und die Notärzte weniger zu Notfällen alarmiert wurden. Lauth erinnerte weiter daran, dass man den 2024 neu eingerichteten Rettungswachenstandort in Mittelschefflenz inzwischen vom Zwölfstundenbetrieb auf einen 24-Stundenbetrieb ausgedehnt habe. Zugenommen habe auch die Zahl der Notrufe in der Integrierten Leitstelle, was Lauth auf die schwieriger werdende medizinische Versorgung zurückführte. In dem Zusammenhang informierte der Präsident darüber, dass man aktuell mit dem Landkreis Heilbronn über eine künftige Kooperation im Bereich der Leitstelle spreche.
„Viel Geld wurde 2024 in die Modernisierung der Fahrzeugflotte im Rettungsdienst investiert“, so Lauth, was den Kreisverband nicht wenig belastet habe. In einem Exkurs ins laufende Jahr verwies Lauth darauf, dass man gerade prüfe, welche Auswirkungen eine Reduzierung des Klinikstandorts Mosbach für den Rettungsdienst hätte. Er gehe jedoch davon aus, dass man dann mehr Fahrzeuge und Sanitäter brauchen werde, weil die Transportwege weiter würden.
Um die Bevölkerung über die weiteren Leistungen des DRK-Kreisverbands zu informieren, habe man ab Ende 2023 eine Broschüre aufgelegt und verteilt. Vor allem auf die Angebote in der stationären und ambulanten Pflege wie auch in der Tagespflege wolle man hinweisen. Der Bedarf sei auf jeden Fall da – an Pflegeplätzen wie auch an Pflegekräften. Dort wie auch im Rettungsdienst setze man weiter auf eigene Ausbildung: Unter den 410 hauptamtlichen Kräften sind aktuell 48 Azubis.
„Unser Einsatz wird nach wie vor gebraucht“, sagte Lauth mit Blick auf Tafelladen, Kleiderladen, Integrationsmanagement und Obdachlosenunterstützung. Zunehmend wichtig werden die Schulbegleitungen: 92 Kinder wurden im Jahr 2024 von 90 Mitarbeitenden des DRK betreut, 2025 steigen die Zahlen weiter.
Gemeinsam mit dem Partner Apetito versorge der Menüservice des DRK rund 160 Kunden, meist Senioren. Immer noch problematisch ist die Situation im Bereich der Altkleider. Von einigen Containerstandorten habe man sich aufgrund der zunehmenden „Vermüllungen“ verabschieden müssen. Man habe 2025 aber immerhin einen neuen Verwerter für die Altkleider gefunden.
Nicht vorstellbar wäre das Rote Kreuz ohne seine 690 Ehrenamtlichen, dankte Lauth. Sie engagieren sich unter anderem in den Bereitschaften (402), in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit (115), im Jugendrotkreuz (117), in der Hundestaffel (24 Einsätze), als Mobile Retter (800 Einsätze) oder Helfer vor Ort (1449 Einsätze) sowie bei den insgesamt 44 Blutspendeaktionen, zu denen 5501 Blutspender kamen. Im Hintergrund tragen knapp 7000 Fördermitglieder den Kreisverband. Nach wie vor stark nachgefragt sind die verschiedensten Rotkreuzkurse. Eine große Freude sei der Besuch des DRK-Fackellaufs „Fiaccolata“ gewesen, die gleich zweimal zu Gast war.
Starke Marke, hohe Kosten
Schatzmeister Michael Krähmer betrachtete die Zahlen: Nachdem man 2023 noch einen Jahresfehlbetrag von 284.628 Euro verzeichnete, konnte der Kreisverband 2024 ein Jahresergebnis von 61.519 Euro erzielen. Trotz dieses positiven Abschlusses könne man nicht von einem zufriedenstellenden Ergebnis sprechen, so Krähmer. Auch 2025 werde betriebswirtschaftlich sehr herausfordernd, besonders durch die angespannte Finanzlage der Kostenträger. Als weitere Gründe nannte Krähmer die Personalkostensteigerung durch Tariferhöhungen, den Fachkräftemangel, der die Beschäftigung von Leiharbeitskräften erforderlich machte, sowie die nötigen Großinvestitionen für Neufahrzeuge im Rettungsdienst.
Nach wie vor könne man jedoch auf eine komfortable Eigenkapitalbasis, eine starke Marke und ein gutes Image stolz sein – ebenso auf motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen Krähmers Dank ebenso galt wie den Ehrenamtlichen.
Dirk Müller von der OT-audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bescheinigte dem Kreisverband eine ordnungsgemäße Buchführung für das Jahr 2024 und berichtete über den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Dem Beschluss der Jahresrechnung 2024 durch die Kreisversammlung folgte die einstimmige Entlastung des Präsidiums, beantragt von Professorin Dr. Elke Heizmann. Ebenfalls einstimmig wurde eine formale Änderung der Satzung des Kreisverbands beschlossen. Gerhard Lauth dankte dem Gremium für das Vertrauen und den Mitarbeitenden für ihren Einsatz.
Nach den Ehrungen (siehe weiteren Bericht) lud Lauth die Teilnehmer und Gäste abschließend zum ökumenischen Gedenkgottesdienst am 30. Dezember in der Stiftskirche Mosbach ein, mit dem man den gelungenen Reigen der Veranstaltungen im Jubiläumsjahr „150 Jahre Rotes Kreuz in Mosbach“ dankbar und besinnlich ausklingen lassen wolle. Mit Dankesworten an die Delegierten, die Ehrengäste und besonders an die Duale Hochschule, bei der man sich sehr wohl gefühlt habe, leitete Präsident Lauth zum gemeinsamen Abendessen über.
Die Geehrten der Kreisversammlung
Vier Ehrenamtliche erhielten die Verdienstmedaille in Silber des DRK-Kreisverbandes, verbunden mit einer Urkunde und einem Präsentkorb. Diana Nerpel von der DRK-Bereitschaft Trienz ist seit 1996 Mitglied des DRK. Sie ist Delegierte zur Kreisversammlung, Bereitschaftsleiterin, Schriftführerin und Ersatzdelegierte zur Landesversammlung.
Margit Walter vom DRK-Ortsverein Billigheim, seit 1996 Mitglied des DRK, war stellvertretende Bereitschaftsleiterin und ist Mitglied des Vorstands im Ortsverein. „Wir kennen sie als Mit-Motor des äußerst erfolgreichen Nachmittagstreffs im DRK-Heim in Allfeld“, so Lauth und verwies auf den gerade erhaltenen Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung.
Stefan Merkert, ebenfalls vom DRK-Ortsverein Billigheim, Mitglied im DRK seit 1997, ist Helfer vor Ort, langjähriger Schatzmeister im Ortsverein und war stellvertretender Bereitschaftsleiter.
Ausgezeichnet wurde auch Alexander Roos von der DRK-Rettungshundestaffel Mosbach, Mitglied des DRK seit 2007. Er ist Ausbilder in der Rettungshundearbeit, Staffelleiter, Mitglied der Landeslehrgruppe „Führen in der Rettungshundearbeit“, Fachberater Rettungshunde bei der Kreisbereitschaftsleitung und Prüfer der Rettungshundearbeit Flächensuche.
Die Verdienstmedaille des DRK-Kreisverbands Mosbach in Gold mit dazugehöriger Urkunde und Präsent erhielten fünf Ehrenamtliche. Bettina Hamberger vom DRK-Ortsverein Neudenau, Eintritt ins DRK 1977, war Jugendrotkreuz-Leiterin (JRK), Kreisjugendleiterin, Landesleiterin JRK in Baden-Württemberg, Ortsvereinsvorsitzende und Schriftführerin in ihrem Heimatverein. Zudem ist sie im Präsidium des DRK-Kreisverbandes Mosbach die Konventionsbeauftragte.
„Gold“ gab es auch für Urban Fuchs vom DRK-Ortsverein Billigheim, DRK-Mitglied seit 1987. Er war Delegierter zur Kreisversammlung, Bereitschaftsleiter in seinem Ortsverein, zudem Kreisbereitschaftsleiter und stellvertretender Krisenmanager des Kreisverbandes.
Hermann Schulz vom DRK-Ortsverein Limbach, im DRK seit 1972, war Gruppenführer, Ortsvereinsvorsitzender, Rotkreuzbeauftragter im Kreisverband Mosbach sowie Delegierter zur Kreisversammlung.
Linus Vetter trat 1965 ins DRK ein. „Wir kennen ihn als langjährigen Kreisgeschäftsführer, er hatte aber noch weitere ehrenamtliche Leitungs- und Führungsfunktionen inne“, so Lauth. Er war Konventionsbeauftragter des Kreisverbandes und Delegierter zur Kreisversammlung.
Die nächste Ehrung nahm Justiziar Volker Fütterer vor, denn es gab „Gold“ für den Präsidenten selbst: Gerhard Lauth ist 1991 ins DRK eingetreten und war zunächst langjähriger stellvertretender Präsident des DRK-Kreisverbandes Mosbach. Seit 2017 ist er dessen Präsident und seit 2023 zudem Vorsitzender des Finanzausschusses des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg. „Unter Gerhard Lauths Führung entwickelte sich der Kreisverband zu seiner heutigen Größe. Seinem unermüdlichen Einsatz und seinem großen Netzwerk hat der Kreisverband sein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit und seine große Unterstützung in der Bevölkerung zu verdanken“, so Volker Fütterer.








